Wer den Etappen des Altmühl-Radwegs folgt, sollte Rothenburgs Obere Schmiedgasse bewundern. Der reizvolle Straßenzug lässt tief in die Geschichte der ehemaligen Reichsstadt blicken und wird von prächtigen Patrizierhäusern dominiert. Das wahrscheinlich schönste unter ihnen meint das Baumeisterhaus von Rothenburg. Der Steinmetzmeister Leonard Weidmann war weit über die Grenzen der mittelalterlichen Metropole hinaus als exzellenter Baumeister bekannt und bewohnte sein schönstes Werk gleich selbst. Dieser Tage lädt ein Restaurant zum Verweilen und Bestaunen der architektonischen Raffinessen ein. Blickt man auf das Baumeisterhaus zu Rothenburg, fallen vierzehn Statuen auf. Jede für sich symbolisiert eine der sieben Tugenden beziehungsweise der ebenso vielen Laster. Im ersten Stock repräsentiert die Skulptur links außen die Herzensgüte. Gleich daneben hält die Figur ein Weinglas in der Hand. Jenes Bildnis steht für Völlerei. Auf die Frage, warum Weidmann die negativen und positiven Darstellungen ohne erkennbare Reihenfolge auf das Baumeisterhaus von Rothenburg angebracht hat, soll er geantwortet haben, dass das Leben nun einmal abwechslungsreich sei.

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